
Als Jorinde sich ihren "Joringel" geangelt hat, bekommt das Leben wieder einen echten Sinn. Alles ist gut, die Herzen schlagen im gleichen Takt, die große Liebe zeigt sich lange von ihrer besten Seite. Blöd nur, dass der Mann dauernd Sex will und die Frau eher nicht. Schwanger werden und somit endlich "eine Ruh" vorm Bettsport haben, stellt sich dummerweise nicht ein. Der Mann fühlt sich nicht geliebt und unverstanden, findet eine neue große Liebe. Mit der es am Ende ähnliche und andere Probleme gibt...Paula, Brida, Jorinde, Malika und Judith - egal ob Musikerin, Schauspielerin, Buchhändlerin, Autorin oder Mutter: alle stolpern sie über ihrer eigenen Füße, wollen gefallen. Den Eltern, den Männern, den Kollegen, den Freunden. Gehen hart mit sich ins Gericht.
Und das ist so anstrengend!
Am Ende tun sich die zusammen, die schon lange nichts mehr voneinander wissen wollten. Und es funktioniert! Die alleine bleiben, kommen irgendwann zu sich selbst und der Erkenntnis, dass ein Leben ohne Fremdbestimmung gar nicht so schlecht ist. Alles hat seinen Preis und jedes Ding zwei Seiten. Wohl dem, der sich auf seinen eigenen Kompass verlassen kann. Der muss nur richtig eingestellt werden und dann ist das mit dem glücklich sein gar nicht so schwer.
Und ja, das Leben ist eines der härtesten und manchmal ziemlich fies. Aber wenn man nicht alles so bierernst nimmt und das ganze Ding etwas sportlicher sieht, macht es mitunter richtig Spaß!
Lesen!
Unbedingt lesen!
Wer Tommy Orange " Dort Dort" gerne gelesen hat, sollte sich unbedingt der Kehrseite der indigenen Bevölkerung widmen. Hier sind die "Indianer" noch im Reservat zu Hause und doch auch auf dem Absprung. Pflegen Ihre Traditionen und treten sie gleichermaßen mit Füßen. "Zieh Federn an und Fransen, das ist Pflicht (...) Und dem Cashflow schadet's nicht"! Im Reservat funktioniert alles genau so, wie in jeder anderen beschissenen Kleinstadt Québecs. Arbeitslosigkeit, Langeweile, Drogen, Alkohol, Korruption.
Alle haben die Schnauze voll von ihrer eigenen Mittelmäßigkeit, jeder hat Träume und große Ziele. Dafür müsste man nur mal eben den Arsch hochkriegen.
Dem Reservatschef geht selbiger auf Grundeis. Kurz vorm großen Absturz merkt er, dass er sich mit den falschen Leuten eingelassen hat. Doch wie den Karren jetzt noch rumreißen und Verbündete finden? Wo steht die nächste Zeitmaschine und warum ist der Medizinmann eigentlich nie da, wenn man ihn braucht...
Gleichzeitig wahr und völlig absurd. Mal witzig und traurig, höchst poetisch und zutiefst brutal. Und immer mit einem lakonisch kolonialen, politischen Subtext kommen diese kurzen Geschichten daher. Erstmal völlig unabhängig voneinander. Am Ende fügt sich ein Schnipsel an den anderen und ergibt ein Bild der Auferstehung durch Selbstzerstörung. Ein Phönix aus der Asche!
Krass! Großartig!
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Unbedingt lesen!
Die Geschichte ist schnell erzählt: zwei Menschen legen sich die "Fesseln der Ehe an" um endlich frei zu sein. Scheinbar völlig ohne roten Faden, gleich einer "Loseblattsammlung" wird von einer Hochzeit der Upper Class Torontos erzählt. Jeder einzelne geladene (und ungeladene!) Gast hinterlässt eine Giftspur nur um gleichzeitig selbst demontiert zu werden. Es wird gebissen und gekratzt, gespuckt und verflucht - alles unter dem Deckmantel der Höflichkeit. Das Brautpaar: ein homosexueller Mann und eine promiskuitive Frau. Beide verlassen, verraten, verbrämt - in Ungnade gefallen. Die Hochzeitsgäste: gedemütigt, wütend, gemein und gehässig. Alte Wunden reißen auf, alle hatten irgendwie miteinander zu tun und sich gegenseitig das Leben schwer gemacht. Das Brautpaar muss einmal durch die Hölle und wieder zurück um sich am Ende gegenseitig die Absolution zu erteilen.
o niemand nichts gehört. Die Bauern nur das haben, was der König Ihnen übrig lässt. Die Winter sind bitterkalt, die Sommer heiß und nur wer zäh genug ist, Hitze, Kälte und Krankheit zu wiederstehen, kann sich und seine Familie am Leben erhalten. Kinder sterben wie die Fliegen, die Arbeit auf dem Feld ist kaum zu bewältigen, während die Familie Ceresa die letzte Tocher ins Kloster gibt und Sohn Lupo an die Anarchisten verliert. Der zarte Nicola vermag kaum eine Sense zu halten, geschweige denn sie zu führen und muss dennoch als "letztes Kanonenfutter" die Schützengräben erleben. Während der Krieg am Ende seine Versehrten ausspuckt, die Revolution ihre Kinder frisst und die spanische Grippe in den Dörfern wütet, stirbt ein Wolf und ein anderes wildes Tier schärft seine Krallen. Noch ist Mussolini unbedeutend und am Anfang seiner Laufbahn. Die Bauern, die sich durch Streik und Aufstand etwas Freiheit erobert haben, steuern direkt auf das nächste Joch zu. Karg und freudlos erlebt die Familie Ceresa ihren Untergang. Träume vom besseren Leben enden in Schweiß und Blut. Zwei ungleiche Brüder, eine infame Lüge und die Niedertracht der Kirche bestimmen das Schicksal der Familie. "Ihre Körper waren dazu da, verletzt zu werden." Und doch reicht die Hoffnung am Ende denen die Hand, die bereit sind an sie zu glauben.
Die Kassiopeia, fast immer zu sehen und bestehend aus vielen anderen Leuchtpunkten, ist eines der wenigen Sternbilder, die jeder kennt. Wie der Name entstanden ist und wie schwer es ist den Himmel zu vermessen und die Erde noch gleich mit dazu, liest sich wie ein Fiebertraum aus einer anderen Welt.
Franny kann nirgendwo lange bleiben, ist immer unterwegs, muss ständig in Bewegung sein. Verlässt die denen sie am Herzen liegt, um ihrer einzigen Liebe, dem Meer und den Küstenseeschwalben zu folgen. Als die Vögel zu verschwinden beginnen, beschließt die Ornithologin mit einem der letzten Fischerboote auf eine gefährliche Expedition zu gehen. Die zusammengewürfelte Crew ist schwierig, nicht gerade auf Frannys Seite und fürchtet die unwegsame Arktis. Während Franny mit den Tücken des Schiffes kämpft, sich als vollwertiges Mitglied der Mannschaft zu etablieren versucht, lässt der Atlantik seine Muskeln spielen und Franny langsam mit der Crew zusammenwachsen. Die Vögel sind Kompass und Versprechen zugleich, dem Meer längst leer gefischt, einen letzten großen Fang abzutrotzen. So wie jeder der außergewöhnlichen Seeleute seine Leiche im Keller hat, kommt auch Franny nicht umhin, sich ihrer Vergangenheit und ihren Abgründen zu stellen...
"Oider"! Das is ja mal ein Debüt! Egal ob man fußballaffin ist oder nicht: Starkicker Ivo versenkt seine Geschichte genau zwischen die Herzpfosten. Ist talentiert, sexy, cool - und sehr von sich überzeugt. Ivo hat alles, was ein Mann sich wünschen kann. Ein schnelles Auto, eine Frau die sein Leben managt, zwei reizende Kinder, Haus mit Pool - und doch...
Tennessee, 1873. Nach dem verlorenen Bürgerkrieg haben Thomas McNulty, John Cole und das Lakota-Mädchen Winona endlich als Familie auf der Farm von Lige Magan ein Zuhause gefunden. Doch das Glück währt nicht lange. Die Banken sind pleite, das Land ist tief gespalten, hungert und gibt die Schuld den eingewanderten Iren, gescheiterten Unionssoldaten und allen übrig gebliebenen Ethnien. Im Streit um die Aufhebung der Sklaverei, wird mehr gelyncht, gefoltert und getötet denn je. Der Ku-Klux-Klan wittert seine Chance, zieht mordend und plündernd durchs Land und macht selbst vor Weißen nicht halt. Winona, fast erwachsen, klug und gut gebildet wird von einem weißen Nachbarsjungen umworben. Eine Lawine der Ablehnung, des Hasses und brutaler Übergriffe wird losgetreten, die alle Mitglieder der Farm in größte Gefahr bringt.
Wie in "Tage ohne Ende" wird die Geschichte der Depression während und nach dem amerikanischen Bürgerkrieg erzählt. Eine Geschichte über Rassismus und politische Fehlentscheidungen. Über blindes Vertrauen und wahre Freundschaft. Über Hass, Rache und am Ende auch über Liebe und die Fähigkeit einander zu vergeben.
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Unbedingt lesen.