
Weil Sam unter hormoneller Schlaflosigkeit leidet, klickt sie sich nachts durch die Portale der Immobilienmakler. Als sie spontan ein Haus anfragt, die erste Anzahlung leistet und schließlich unbedingt diese charmante Bruchbude erwerben will, wird ihr klar, dass sie auf dem besten Weg ist, Mann,Tochter und ihr behütetes Leben zu verlassen. Im Feuer der Wechseljahre, der größten Krise im Leben einer Frau, entfacht sich nicht nur Wut, launiger Stimmungswechsel, Empathielosigkeit und eine große Distanz zu Ihrer Familie sondern auch der brennende Wunsch nach Veränderung. Ihr Blick auf die Gesellschaft schärft sich. Belangloses wird ihr zuwider, die permanente Selbstoptimierung ihrer Mitstreiterinnen, während die Welt vor die Hunde geht, ist nicht mehr ihr Ding. Zornig und provokant lernt Sam zu fühlen, was sie wirklich fühlt, zu sagen, was sie denkt und ein anderes Selbstbewusstsein zuzulassen. Natürlich hat alles seinen Preis und der neue Lebensabschnitt ist nicht ganz ungefährlich...
Weil man Elizabeth Zott jeglichen beruflichen Erfolg versagt, ihre Forschungsergebnisse unter einem männlichen Pseudonym veröffentlicht, verlässt die alleinerziehende Mutter ihren Platz am Hastings Institut, um die Kochshow "Essen um Sechs" zu etablieren. Aus Überzeugung versucht Zott die vornehmlich weiblichen Zuschauerinnen mit Rezepten und feministischen Ratschlägen davon zu überzeugen, dass Hausfrauen die eigentlichen Hedinnen der Nation sind, die Familie und Welt zusammenhalten. Ganz nebenbei leitet sie jedes Nahrungsmittel von einer chemischen Formel ab. Alles ist Chemie. Selbst die Liebe! Stimmt die Chemie, kann nichts schief gehen. So einfach ist das! Im Amerika der 60er Jahre allerdings, war es alles andere als einfach für nicht verheiratete Frauen Liebe, Kinder und Karriere selbstbestimmt unter einen Hut zu bringen. Wie Zott das ändert, sich selbst und viele Frauen aus ihrem Schattendasein herausholt, ist grandios, äußerst klug und ziemlich witzig. Ganz nebenbei wird eine große tragische Familiengeschichte erzählt, die zutiefst berührt und dennoch zuversichtlich stimmt.
Was macht Literatur mit denen, die sie lesen und denen die sie schreiben? Soll alles aufgeschrieben und erzählt werden, was es aufzuschreiben und zu erzählen gibt? Wer darf überhaupt Geschichte(n) erzählen? Wer darüber urteilen? Und vor allem, nach welchen Kriterien? Hautfarbe? Geschlecht? Herkunft? Religion? Kultur? Sozilisation? Ob er oder sie lieber Katzen oder Hunde mag? Oder vielleicht doch nur nach den wesentlichen Kriterien: dem Wahren, Schönen und Guten? Was aber ist wahr? Was schön und was gut? T. C. Eliman hat 1938 mit seinem einzigen und unvollendetem Opus Magnum "Das Labyrinth der Unmenschlichkeit" die literarische Welt in ihren Grundfesten erschüttert und vor allerhand Rätsel gestellt. Wer war dieser junge Mann aus dem Senegal? Einen "schwarzen Rimbaud" nannten ihn die einen, einen gewieften Betrüger, die anderen. Ein Plagiatsvorwurf und die einhellige Meinung, dass ein schwarzer Enkel des Kolonialismus niemals zu solch Hochlitertur fähig sei, befördert den jungen Künstler schnell vom Olymp in den Hades. Fast alle Bücher werden aus dem Verkehr gezogen und vernichtet. Der Autor verschwindet und leckt im Verborgenen seine Wunden.
Wer wissen will, warum man wenigstens einmal im Leben gegen einen Bären kämpfen sollte, ein ukrainischer Boxer und Türsteher, der bessere Babysitter ist und was Radiergummis mit Liebe zu tun haben, ist hier genau richtig. Im Abgesang auf die "gschissene Gesellschaft" lernt man was fürs Leben. Wie immer bei Sterman wird gewonnen und verloren und alles auf eine Karte gesetzt. Im Scheitern ist er richtig gut, der Banksy-Vater, der nie da ist und uns teilhaben lässt an schönen und schrecklichen Momenten der "Celebrities" im Burgenland. Grotesk und herrlich komisch demontiert der Autor sich selbst und entführt uns in die bekannte Welt der familiären Grausamkeiten. Als Frau Nina nach Amerika berufen wird, muss der alte weiße Mann seinen Vaterpflichten nachkommen und sich wohl oder übel auf einen Handel mit der "Unterwelt" einlassen.
Was ist Kunst? Was sagt sie uns? Über uns selbst, unsere Geschichte, unsere Wünsche und Träume, unsere dunklen Seiten? Was sieht man, wenn man ein Gemälde betrachtet, und was sehen die Anderen? Was steckt dahinter? Gibt es eine Botschaft?
Der goldene Helm des Nationalhelden Skanderbeg soll dem Ministerpräsidenten Albaniens endgültig zu gerechtem Stand und (Beitritts-)Status verhelfen. Die historische Kopfbedeckung liegt zwar in einem Wiener Museum, lässt sich aber wunderbar als Kopie vervielfältigen. Und glänzender und größer soll der Helm ohnehin sein. Der arme Schmied, der sich dieser Aufgabe annimmt, landet im Gefängnis, den Burschen, die ihm an dunkler Ecke den Helm entwendet haben, droht ebenfalls nichts Gutes. Während Europol nach der goldenen Mütze, die gleich zweimal verschwindet fahndet, der albanische Ministerpräsident versucht auf einer Kreuzfahrt die Außenminister der EU-Mitgliedstaaten doch noch für die albanische Erweiterung zu gewinnen, überschlagen sich die Ereignisse. Warum will der polnische Ministerpräsident Albanien partout nicht mit im "europäischen Boot" haben? Wegen Korruption, der albanisch-italienischen Mafia, der "blauen Banane" oder aus ganz persönlichen Gründen? Sein einstmals bester Freund und Mitkämpfer im polnischen Untergrund jedenfalls, sitzt in Brüssel und versucht alles, um den "Blutsbruder" von damals umzustimmen. Aus den beiden Freunden sind erbitterte Feinde geworden, der Verlauf der gemeinsamen Geschichte verkehrt sich ins Gegenteil.
Ein jüdisches Leben zwischen den Kriegen. Vom Habsburgerreich über Israel nach Wien wird die Geschichte des charismatischen Parvenü, Lebemann und Schöngeist Dr. Isidor Geller erzählt. Schlechter Ehemann, großzügiger Liebhaber, Berater des österreichischen Staates, Kunstsammler, Opernfreund und Millionär. Für kurze Zeit jedenfalls. Der assimilierte Kommerzialrat wird am Ende nicht reich genug sein, das eigene Leben in Gold aufzuwiegen. Doch bevor die Nazis den Anschluß ans Deutsche Reich erzwingen, die Wiener Kaffeehäuser "hunde- und judenfrei" werden, sich nach Amerika rettet wer kann, erzählt Shelly Kupferberg die Novelle einer schillernde Figur der Zwanziger Jahre. Auf den Spuren Ihres Großonkels, lässt sie die auferstehen, die schon längst vergessen sind und Revue passieren, was in den obersten Kreisen Wiens damals en vogue war. Ein Entwicklungsroman vom "Hans im Glück" zur "Pechmarie". Vom Aufstieg und Fall eines klugen Mannes, der am Ende nicht klug genug war...
Weil Bruder Sandro im Koma liegt, kehrt Mike nach siebzehn Jahren Abstinenz in den Schoß der Familie zurück. Kein Dach überm Kopf, auf der Flucht vor den abgezockten Geldeintreibern und pleite eh, bis auf die weißen Lederboots. Passt!
1980 in Mississippi: Ein Bergungstaucher, ein Flugzeugfrack, ein Passagier der in den Tiefen des Ozeans abhanden gekommen ist. Zwerge und Schimären, ein fehlender Flugschreiber und das FBI. Eine Irrenanstalt und der gesamte Kosmos paralleler Welten. Eine unmögliche Liebe und die Frage, ob Trauer jemals aufhört. Die Erfindung der Atombombe, der Wunsch nach Moral und die Gewissheit, dass der Mensch sein eigener schlimmster Feind ist und jeder nur Passagier auf einem Flug, einem Ritt durch die Zeit . Das Leben ist kurz. Carpe diem.
Den Berufstaucher Bobby Western lässt McCarthy durch alle Höhen und Tiefen des Lebens gehen, auf der Suche nach Wahrheit, Vergebung und dem Sinn des Lebens. Gibt es die bestmögliche aller Welten? Stellt Wissenschaft oder Zufall dem Leben die Weichen?
Heiliger Bimbam! Ist das ein irres Buch! Bisschen Thomas Pynchon, bisschen Foster Wallace und jede Menge Cormac McCarthy. Schön abgründig und düster. Herrlich schräg und abgedreht. Großartig übersetzt von Nikolaus Stingl. Dieser Teufelskerl McCarthy schickt uns einmal quer durch die Hölle. Vom lärmenden New Orleans, auf verlassene Ölplattformen über dunkle Landstraßen und sumpfige Einöden. Eine rauschhafter Trip durch unwegsame Landschaft und menschliches Bewusstsein.
Und der zweite Teil folgt bald! Ich kann es kaum erwarten!
Lesen!
Unbedingt lesen!