Kollateralschaden

Maylis de Kerangal:"Brandung" (Verlag Suhrkamp) | 17.5.2026
Ein Toter am Strand von Le Havre, in der Jackentasche ein Kinoticket mit der Telefonnummer einer Frau aus Paris. Ihr ist der Mann unbekannt und doch folgt sie der polizeilichen Aufforderung, reist  in die Hafenstadt, um die Leiche zu sehen. Von einer Ahnung getrieben, meandert sie zwischen Kai und Innenstadt umher, auf den Spuren ihrer Kindheit und Jugend. Längst dachte sie mit diesem Lebensabschnitt abgeschlossen zu haben und doch kommen immer mehr Erinnerungen zurück, alte Wunden werden aufgerissen. Die erste große Liebe, die ein jähes Ende fand, kommt ihr wieder in den Sinn und lässt vermuten, den Toten vielleicht doch zu kennen...
Mystisch und spannend wird nicht nur von einer verlorenen Liebe erzählt, sondern auch die tragische Geschichte einer Stadt, die im Zweiten Weltkrieg durch alliierte Luftangriffe fast vollständig zerstört wurde und später durch moderne Betonbautechnik, wie ein Phönix aus der Asche, neu erschaffen wurde.
Berührend, spannend und höchst psychologisch, bewegt sich Maylis de Kerangal zwischen Kriminalroman und Erzählung, zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Das ist Literatur, wie sie sein soll!
Aus dem französischen hervorragend übersetzt von Andrea Spingler.
Lesen!
Unbedingt lesen!