Schwester, wo bist Du?

Anousch Mueller "Lori" (Verlag C.H.Beck) | 17.8.2026
Obwohl Leni mit ihren fünf Geschwistern eine schöne Kindheit, auf einem umgebauten Bahnhof in Thüringen, hatte, ist ihr ganzes Leben von einer Lehrstelle geprägt. Einer Lücke über die niemand spricht und die erst spät einen Namen hervorbringt: Lori. Warum weder Vater noch Mutter das Kind, dass diesen Namen trug, je erwähnten und was es mit dieser ersten Tochter auf sich hat, erfährt Leni erst spät, als sie schon selbst erwachsen ist. Ein alter Mutterpass, nie abgeschickte Briefe und eine Kiste voll vergessener Bilder und Dokumente, erzählen von einer schwierigen Vergangenheit, in der ehemaligen DDR. Und lüften nach und nach ein tragisches Familiengeheimnis, dass bis in die frühen siebziger Jahre zurückgeht. Von falscher Liebe, den perfiden Machenschaften der Stasi über abgelehnte Ausreiseanträge und einem Segelausflug, mit fatalen Folgen, erzählt dieses kleine, feine Buch von Anousch Müller. Davon, dass es mehrere Wahrheiten gibt und dass Schuld nicht immer selbst verschuldet ist.
Ein spannendes Psychogramm einer Generation, die von politischen Um- und Zuständen getrieben wurde und deren Kinder die Wunden der Verschwiegenheit davontragen.
Großartig!
Lesen!
Unbedingt Lesen!