Wenn die Welt kippt

Dana Vowinckel "Anton und Alma"(Verlag Suhrkamp) | 30.8.2026
Anton ist Jude und wenig überzeugt von seiner Religion. Ein Akademikersohn, dem das Leben leicht von der Hand geht. Alma kommt aus einfachen Verhältnissen, ohne religiösen Hintergrund und glaubt eigentlich nur an das, was sie sehen und verstehen kann. Beide studieren in Berlin, kennen sich von einem Schüleraustausch und brauchen ein paar Anläufe, bis aus einer losen Freundschaft eine große, verbindliche und tiefe Liebe wird. Die beiden ziehen zusammen und während für Alma klar ist, mit wem sie den Rest ihres Lebens verbringen will, bekommt Anton kalte Füße und entschließt sich kurzerhand in New York seine Masterarbeit zu schreiben.
Während er über die Massenkonversion der Chasaren zum Judentum recherchiert, Alma zu Hause in Berlin vor Kummer und Sehnsucht nach Anton, Trost in dessen Gemeinde sucht, gerät die Welt aus den Fugen. Der Schrecken des 7. Oktober 2023, die plötzlichen Anfeidungen auf dem Campus und die offensichtliche Spaltung der Gesellschaft , reißen Anton in einen tiefen Abgrund und nichts ist ihm wichtiger, als zu seiner Alma zurückzukehren. Doch dann überschlagen sich auch in Berlin die Ereignisse und lassen Anton alles verlieren, was ihm gerade eben erst so wertvoll geworden ist...
Was für eine tragisch-schöne, große und mitreißende Liebesgeschichte. Gepaart mit den politischen Ereignissen unserer Zeit, die polarisieren, kaum einzuordnen sind und den Sinn des Lebens auf eine harte Probe stellen.
Was für ein großartiges Buch und zu Recht für den deutschen Buchpreis nominiert!
Lesen!
Unbedingt lesen!